Stroh zu Gold – Rohstoffnutzung

Das  Konzept „Stroh zu Gold“

STROH ZU GOLD Konzept PDF

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Ideen und Anleitungen zur kreativen Nutzbarmachung regionaltypischer erneuerbarer Rohstoffe

Idee & Gestaltung: Dr. Lygia Simetzberger, Februar 2005

Das folgende Konzept basiert auf einer weitaus umfassenderen Sammlung von Projektideen und Entwürfen.

Es ist sofort umsetzbar, größtenteils mit verhältnismäßig geringem finanziellem und zeitlichem Aufwand.

Es nutzt vorhandene Ressourcen und Potenziale.

Es  kann in der bestehenden Infrastruktur umgesetzt werden.

Es ist ausbaufähig.

Es beinhaltet eine Fülle von anwendbaren Ideen,

angefangen von einfachen Mitbringseln und Spielgegenständen bis zur

Gestaltung von eindrucksvollen Events.

Wenn auch die meisten Beispiele im Anhang die Materialien Stroh und Heu als Grundstoffe nutzen, können bei der weiteren Entwicklung des Projektes auch viele  andere regionaltypische Rohstoffe einbezogen werden.

 

Dr. Lygia Simetzberger (GIA), 7540 Neusiedl bei Güssing 59, Tel./Fax 03328/32083, Handy 0664-5671784, E-Mail Simetzberger at A1.net

Die Autorin ist freischaffende burgenländische Künstlerin (Bildhauerei, Malerei, Literatur), promovierte Juristin mit PR-, Marketing- und Coaching-Erfahrung, Uhudlerproduzentin und manches mehr… Sie engagiert sich seit 1989 für eine eigenständige Regionalentwicklung mit dem Arbeitsschwerpunkt Kreativität. Kreative Potentiale zu entdecken, zu aktivieren und zu nutzen – diese Aufgabe soll  sowohl den BewohnerInnen des (Süd-)Burgenlandes als auch den Gästen der Region zugute kommen.

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WAS?

Stroh zu Gold machen…

Nun, zumindest mehr Wohlstand in die Region bringen!

Diese Mappe soll einige regionaltypische Beispiele[1] von Verwertungs- bzw. Gestaltungsmöglichkeiten aufzeigen von ganz klein bis ganz groß.

Klein:

für den Verkauf von Souvenirartikeln

als Maskottchen bzw. Grundlage für ein Logo

als Beigabe z.B. in Geschenkverpackungen

einfachere Vorgaben für Kreativ-Workshops

Mittel:

Als Blickfang bei Werbeveranstaltungen, Messen

Hintergrund bei Pressekonferenzen

in Foyers von Hotels, Banken, Thermen

Anleitungen für Kreativ-Workshops

Groß:

Anleitungen für Kreativ-Workshops

Individuelle Gestaltung von Volksfesten

Regionaltypische Kunst-Symposien

Sonstige Events

Land Art, Skulpturenpark, Skulpturenmeile, Installationen

sonstige Open Air-Nutzung

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Wie?

Dies kann am anschaulichsten anhand von

Skizzen (siehe Anhang)

einer Muster-Kollektion (Prototypen und Mini-Skulptur-Modelle)

gezeigt werden.

Die Modelle geben zusätzlich Feedback über Machbarkeit, Materialbedarf und Zeitaufwand.

Zwei Gestaltungsbereiche sind grundsätzlich zu unterscheiden:

  1. Kunsthandwerk bzw. Volkskunstcharakter („Traditionell“)
  2. Freie Gestaltung – Kunst („Avantgarde“)

Beide können nebeneinander geschehen, sollten aber nicht vermischt werden.

Kriterien:

In der Region mit regionaltypischen natürlichen Materialien geschaffen.

Regionaltypische Symbolik (gilt nicht in vollem Umfang für „Avantgarde“).

Einfachheit, aber Originalität.

Urigkeit, aber kein Kitsch.

Herstellung auf verschiedene Weise:

KünstlerInnen bzw. KunsthandwerkerInnen

in Heimarbeit bzw. in geschützten Werkstätten

Fertigung in Betrieben (gewerblich, landwirtschaftlich)

mit Anleitung in Workshops für Kids, Youngsters, Gäste, Vereine, Senioren, Manager,…

unter fachkundiger Anleitung als Vorbereitung von Events

im Rahmen regionaler und internationaler Symposien

kurzum, man sieht, die Region kann auf vielfältige Weise davon profitieren!

Auch von der Verarbeitung her können die Produkte unterschiedlich ausfallen: vergänglicher (z.B. Outdoor-Skulpturen) und haltbarer (durch entsprechende Verfahren, Oberflächenbearbeitung etc.).

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WOZU?

Die elementare Frage nach dem Nutzen kann mit einigen Stichworten beantwortet werden:

Kleine und mittlere Gegenstände

Vermarktungsmöglichkeit – Zusatzgeschäft für Weinverkauf, Direktvermarkter, Freilichtmuseen, Hotel-Satellitenshops, bei Veranstaltungen als Andenken,

Mitbringsel, Spiel- oder Dekorationsgegenstand

Gestaltungsmöglichkeit – Imagefaktor

Einsatz im Wellness-Bereich

Beschäftigungsmöglichkeit – z.B. Kinder-Animation, Senioren-Animation

Große Gegenstände

geben Events den Charakter – Anziehungspunkt

sind zu besichtigen bzw. zu benutzen (u.a. richtiggehende Gebrauchsgegenstände)

Vermarktungsmöglichkeit von Zweckgegenständen

Versteigerungsmöglichkeit von größeren Objekten

WAS?

Stroh, Heu, Schilf, Wolle, Holz, Sägespäne u. dgl. sind bekanntlich auf vielfältigste Weise wieder verwendbar. Das Burgenland hat lange vielfältige Tradition – z.B. Korbflechten, Strohdächer u.v.m.

Hier geht es um neue kreative Ideen für die Nutzung[2].

Die skizzierten Ideen beinhalten Objekte, die den folgenden Bereichen zuzuordnen sind :

Andenken

Ziergegenstände

Spielgegenstände

Wellness-Artikel

Gebrauchsgegenstände

Gestaltende Elemente

Objekte mit Erlebnischarakter

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WER BRAUCHT WAS BZW. IST BEREIT, DAFÜR ZU ZAHLEN?

1. Gäste, aber auch Einheimische bei Besuchen von Shops bzw. Veranstaltungen, in der Unterkunft

Die Figürchen können ein Hit werden! Voraussetzungen: Objekte müssen ansprechen, also originell bzw. lustig sein, an etwas Angenehmes (z.B. einen netten Heurigenbesuch) erinnern, sauber hergestellt sein, kein allzu hoher Preis, richtig positioniert sein (es wird nach typischen Mitbringseln gesucht, es ist aber auch mit Impulskäufen zu rechnen!).

Ein Plus gegenüber vielen anderen Waren: Stroh-/Heugegenstände sind leicht und damit leicht transportierbar bzw. versendbar (Spezialthema Verpackung!).

Noch ein Bonus: In einer Überflutung mit Billig –und Kunststoffprodukten fallen neue, originelle, freilich moderate Artikel „Made in Austria“  angenehm auf[3].

2. Gemeinden, Betriebe und sonstige Einrichtungen, die mit Veranstaltungen dazuverdienen (direkte Rentabilität) bzw. zumindest an Attraktivität (indirekte Rentabilität) gewinnen möchten 

Voraussetzungen: individuelles Konzept („maßgeschneidert“), sei es für ein einmaliges oder für ein wiederkehrendes Ereignis.

Da viele Einrichtungen Bedarf an eigenständigen Events hätten, dazu Impulse von außen benötigen, jedoch oft nur über ein geringes Budget verfügen, ist dabei an die Nutzung von Förderungen zu denken. Außerdem genügen für einfachere Events die kreativen  Impulse: z.B. eine Planung mit dem Fachmann an Ort und Stelle, Ausgabe von  Musterskizzen mit einer Anleitung, eventuell Aufbau eines der Objekte unter Aufsicht. Die weitere Durchführung erfolgt durch ehrenamtlich aktive Einheimische, auch sonstige Gruppen-Projekte sind möglich (z.B. Gestaltung durch eine Schulklasse o.dgl.)[4].

Ideal bieten sich die „Florianijünger“ als Aktive an, denn bei Verwendung von brennbaren Materialien bei Events sollte natürlich der Brandschutz in Planung und Ablauf eingebunden werden – also eine ideale Partizipation bzw. Präsentation der Ortsfeuerwehren!

So kann eine finanziell schwache Gemeinde mit viel Eigeninitiative die Durchführung weitgehend allein abdecken und braucht nur einen Beitrag für den Zeitaufwand des fachkundigen Beraters zu entrichten (der sich ganz gewiss amortisiert).

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WIE kann damit begonnen werden?

Sind einmal die Ideen da, ist es nicht weit zur Tat!

Die Ideen müssen allerdings zunächst noch zu denjenigen gelangen, die diese benötigen, seien es die potenziellen Produzenten, seien es die Verkäufer, seien es die Veranstalter.

Dazu leistet sicher die burgenländische Kreativwirtschaft einen bedeutenden Beitrag.

Es sind aber vom Land auch die Medien dafür zu gewinnen, bzw. sollte möglichst Präsenz – z. B. öffentliche Räume – geschaffen werden.

Kontaktaufnahme mit Informationsdiensten der Tourismusbranche und der Landwirtschaftskammer, aber auch mit höheren Schulen und sich daraus ergebende Kooperationen können hier nur angedacht werden.

Die Präsenz im Internet – auch in Form von Vernetzung – ist heute schon obligat.

Man darf ruhig in größerem Rahmen denken – womöglich wird die Idee, Auslandsburgenländern eine Internet-Bestellmöglichkeit für Strohpüppchen aus der Heimat zu offerieren, sogar zum größten Verkaufshit, man denke an die weltweite Beliebtheit der Sachertorte?  Oder das Uhudlerweiberl gefällt den Japanern? Kühn, aber nicht unmöglich!

Die Gemeinden und Tourismusverbände sollten informiert werden, dass es ein kreatives „Stroh zu Gold-Event-Service“ gibt (eventuell, dass Fördermöglichkeiten bestehen), einzelne ausgesuchte (prädestinierte) Gemeinden könnten vielleicht vor einer allgemeinen Ausschreibung kontaktiert werden,…  während bei einigen Tourismus-Shops schon bald Testmärkte für Mini-Figuren eingerichtet werden könnten.  Dazu genügen geringe Stückzahlen, die Auflage kann dann entsprechend erweitert werden.

Hierbei handelt es sich nur um einen groben Rahmen.  Dieser zeigt aber bereits auf, dass sich diese und noch weitere Ideen unmöglich von einer einzigen Person in die Tat umgesetzt werden können. Dazu bedarf es vieler Hände!

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Abschließend….

Nach einer These der modernen Kommunikationswissenschaft behauptet sich immer jenes Individuum am besten, das am flexibelsten ist.

Analoges gilt wohl auch für Regionen… Ich bin überzeugt, dass wir in unserer Region nur eine reale Chance haben, unseren Lebensstandard zu halten bzw. zu verbessern, nämlich, wenn wir höchst kreativ ans Werk gehen, sei es um damit attraktiver für Gäste werden, sei es um möglichst innovativ in der Produktentwicklung zu sein.

Dann wird es uns womöglich wirklich gelingen,

 Stroh in Gold   

 

zu verwandeln!

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Lygia Simetzberger (GIA), 7540 Neusiedl bei Güssing 59, Tel./Fax 03328/32083, Handy 0664-5671784, E-Mail Simetzberger@A1.net


[1] Es liegen noch weitere Skizzen und Materialbeispiele der Autorin vor, bzw. ergeben sich laufend neue Ideen.

[2] Das heißt, auch sonstige Verwertungsmöglichkeiten wie z.B. Kompostierung, Wärmedämmung, Gesundheitsprodukte wie z.B. Heukissen etc. sind in diesem Konzept ausgespart.

[3] Haben Sie schon mal die mit Enzian und Edelweiß bemalten Souvenirtellerchen umgedreht, die bei uns erhältlich sind? Unsere Souvenirs kommen aus Italien, China, Deutschland… Ich schäme mich jedes Mal, wenn ich für meine japanische Brieffreundin nach typisch österreichischen Geschenken suche!

[4] An dieser Stelle sei auch an die wertvolle Hilfe  seitens vieler höherer Schulen im Burgenland gedacht, die in der Lage sind, Projekte zu entwickeln bzw. zu unterstützen.

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