Gedanken an die Gail

Immer wieder muss ich während meiner Arbeit mit Ehrfurcht und Heimwehfaktor an die Gail denken. Wie wird sie mein Geschenk aufnehmen? Gnädig, erfreut? Da ich mich viel Jahre mit Energiearbeit aller Art beschäftigt habe, fragte ich natürlich bereits vor Beginn meiner Arbeit, ob das Vorhaben wohl im Einklang mit der Natur steht, insbesondere für die örtlichen Wesenheiten akzeptabel sei, und die Antwort war sehr positiv.

Einem fließenden Gewässer einen Schmuck überreichen, wahrhaftig eine kühne Idee… Und das Wie… Die Gail fließt. An sich nicht ungewöhnlich für einen Fluss, zu fließen. Wenn das Energetisieren von Wasser durch Kontakt möglich ist, durch das Passieren von Edelsteinen beispielsweise, mit messbaren Veränderungen, so könnte das Überreichen eines Schmuckstückes an die vorüberziehende Gail wohl ebenso erfolgen. Alles, was an ihr wesenhaft ist, zieht vorbei, tritt energetisch in Kontakt an dieser Gabe, die dem Naturwesen Fluss respektvoll dargeboten wird.

Es war eine spontane Idee… Und erst nachträglich kam mir ein Stück Familienvergangenheit in den Sinn… Mein Großvater mütterlicherseits erwarb jahrelang sein Brot durch seine Tätigkeit als Buchhalter bei de Gailbauleitung. Nun, wenn der Fluss ein höheres Bewusstsein hat, mit dem er solche Zusammenhänge erkennt… Dann wäre mein Großvater der Handlanger einer Einrichtung gewesen, die die Gail einzudämmen, zu regulieren bemüht war. Ob das dem Fluss einerlei war oder seinen Missmut erregt – das alles wäre wohl eine unzulässige Vermenschlichung. Aber wie, wenn doch etwas daran wäre? Dass ich vielleicht unbewusst das Bedürfnis hegte, einen Ausgleich zu schaffen? Hirngespinste, Sentimentalität… Jedenfalls, ein merkwürdiger Aspekt.

Meine Beziehung zu Gewässern ist allerdings wirklich eine besondere. Dabei mag es schon eine Rolle spielen, das mein Heimathaus an einem klaren Gebirgsbach lag, am sogenannten Mühlbach, der  von Menschenhand als Nebenarm des Gösseringbaches abgezweigt worden war und heute noch ein Stück der Bezirksstadt Hermagor durchzieht, teils oberirdisch, teils verdeckt, des Sonnenlichtes beraubt. Ein paar Schritte weiter befindet sich die besagte Gössering. In beiden Gewässern tummelten sich Forellen und allerlei sonstiges Getier. Ein kurzer Spaziergang führt zum sogenannten Gösseringgraben, der durch seine Kühle, seine üppige Vegetation und das fortwährende Rauschen des Wassers für mich eine andere Welt verkörperte.

Ja, und das prägt. Wie auch Teiche, Moore, Seenlandschaften und das Meer. Seit jeher ist Wasser für mich ein Lebensthema.

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