Lasst die guten Zeiten rollen!

Gute Blues-Zeiten in Heiligenkreuz i.L.

Impressionen von einem Blues Seminar im Mai 2015

(Einer der acht Songs, die von den Studenten des Buesseminars aufgeführt wurden, war „Let the Good Tmes Roll! vom B.B. King der vor kurzem die irdische Bühne verließ.)
Ein Bluesseminar…

Das stellte ich mir in meiner Naivität so vor: Nach einer Begrüßungs- und Vorstellungsrunde wird ein wenig über Bisheriges, Geplantes und Grundsätzliches palavert. Vielleicht auch Musiktheoretisches vermittelt. Und dann würden die Instrumente wie in einem kleinen Orchester aufgestellt.
Mein Riesenbammel vor dem leider recht unvorbereiteten Einstieg – umständehalber, Baustelle und Garten und andere Erklärungen – bekam stattdessen zusätzlich Nahrung.

Fast ausschließlich männliche „Kollegen“, beim Frühstück in der Wirtsstube, entpuppten sich als erfahrene Musiker und wiederholte Seminarteilnehmer.

Wo hab’ ich mich da bloss hineinbegeben, ging durch meinen Kopf. Klassische Klavierausbildung, Musikmatura, ein bisserl Chor- und Orchestererfahrung, ein wenig Harmonielehre, ein bisserl Improvisation abgeschaut, Konzertbesucherin.
Ha! Zum Glück ein weiterer Keyboarder, nahm auch im Vorjahr teil.
„Wirst sehen“, meint Beppo beruhigend. „Das ist zu schaffen! Am Anfang werden wir wieder gemeinsam singen. Das dient zum Einschwingen.“
Und tatsächlich! Joe Fonda, einer unserer Musiklehrer, begann zu klatschen und zu singen. „You make me running, you make me hiding…“ Alle hielten im Kreis wacker mit, eine Schar von zirka 20 Teilnehmern. Was gäbe ich dafür, den Text zu sehen! Kein Text, keine Noten! Schwer für mich stark visuell veranlagte Persönlichkeit!
Die nächste Hürde kam nach ein paar Übungsrunden. Alle kamen allein an die Reihe, bestärkt durch ein „yeah, yeah, yeah“ des Chors zwischen den beiden Teilen des Songs. Zuletzt kam noch Bewegung dazu. Swingend marschierten wir im Kreis und begannen mit dem Zuwerfen von Blicken und humorvollen Gesten anzudeuten, dass wir Spass an diesem für mich ganz neuem Chortraining hatten.
Und schon ging es an die Instrumente, darunter ein Flügel (gespielt von Mike Kindred), drei Keyboards, sieben oder acht E-Gitarren, einem Schlagzeug, zwei Saxophone, eine Posaune. Nach und nach traten noch weitere Instrumente in Erscheinung – Querfläte, Tamburin, Blues Harp.
Die Instrumente wurden an Verstärker angeschlossen, die Gitarren gestimmt. Und ehe ich überhaupt zum Überlegen kam, ging’s los. Sweet Home Chicago. Eine Aufnahme des Songs wurde kurz angespielt. Mit einiger Mühe erfragte ich, in welcher Tonart gespielt wird. Und los ging’s….“

Ich habe viel gelernt!

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