Bildhauerei – endlich wieder

Die wilde Kunst der Bildhauerei hat mich endlich wieder. In letzter Zeit fühlte ich mich ja schon eher als Chronistin oder Verwaltungsbeamtin, switchte von Kulturmanagement zu journalistischen Inhalten, um flugs darauf auf die Jagd nach geeigneten Materialien und wohlwollenden SponsorInnen zu gehen. Solcherlei Multitasking und Rollenspiele bei sommerlicher Tophitze, das soll mir schon jemand mal nachmachen. Die unzähligen Texte, die ich tagtäglich tippe, kann ich schon längst nicht mehr vollständig archivieren, geschweige denn ausdrucken – wozu auch in unserer schnellebigen Zeit.

Jedenfalls – Teich, Schlehdornen und Brombeeren müssen wieder einmal auf Fortsetzung warten. Mähen ist kein Thema, weil aufgrund der Witterung wächst eh nichts mehr. Tägliches Gießen als Frühsport, that’s it.

Heute nachmittag hatte ich kurz mal den Eindruck, meine Beine würden mich nicht mehr tragen, so viele Stationen waren abgeklappert. Von Dachdeckerei/Spenglerei zu Metallbearbeitungsbetrieb, von dort zu Stoffhandlung, weiter zu Baumarkt, Werkzeugfachhandlung und  zu Farbenfachgeschäft, und zurück zu Dachdeckerei/Spenglerei. Und dies alles über mächtige Distanzen im Umfeld. Erste Versuche mit mechanischer Blechschere bestätigten meinen langgehegten Verdacht, dass mein Vorhaben unendlich qualvoll verlaufen würde… Also nach Recherchen und Telefonaten und mit einer Riesenportion Glück stolze Besitzerin einer elektrischen Blechschere!

mein material
werkzeug und entwürfe

Alles in allem, nach langem Hin und Her erfreuliche Perspektiven bzw. Licht am Ende des Tunnels! Auch die Exkursion zum Stoffladen verlief erfreulich. Wie schön ist es doch, wenn man rundum fündig wird!

Und abends, als ich ermattet auf meinen Sessel im Hof niedersank, ertönt mein Handy und – o Wunder! – die Druckerei schickt mir ein MMS – auf einem Foto erblicke ich sie fertig – meine Landurlauber, meine Objekte für die andere Installation. Morgen früh kann ich meine Babys in der Druckerei anschauen gehen. Joe meinte, es sei ein Viechsarbeit gewesen. Kann ich mir locker vorstellen. Aber immerhin, die Betriebe, mit denen ich zusammenarbeite, bekommen für ihre Viechsarbeit bezahlt! Während für mich Rechnungen so etwas wie irrationale Luxusausgaben darstellen. Bei jeder von ihnen, die hereingeflattert kommt, sage ich mir nur mehr: „Auch du kannst mich nicht mehr aufhalten!“ Nicht anders als bei meinen Aktivitäten, die auch nur allerlei bewirken, aber nichts bringen. Eine Kollegin zitierte mal einen Spruch „Tu‘ Gutes und wirf es ins Meer!“ – Nun, das mache ich inzwischen schon Jahrzehnte lang. Das Meer wird es eines Tages zurückbringen. Manches braucht halt seine Zeit.

Ja, so ist’s ein schöner Abend. Mit dem schönen Gefühl, Freunde in aller Welt zu haben. Das ist doch, was zählt.

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