betrOFFEN – eine Lesung 12 06 2022

Lesung betrOFFEN 2022

offen.

Das Ereignis fand im Mittel- und Südburgenland am 12. Juni 2022 statt, im Nordburgenland schon früher.

In unserem Kunst- und Skulpturengarten und im eigens dafür adaptierten Carport fand bei Gia das Ereignis statt. Die Besucher wurden von einer nostalgischen Gartenidylle empfangen. Das Areal ist mit der „Natur im Garten“-Plakette ausgestattet, ein vielfältiger Permakultur-Garten.

Die Lesung fand um 15:00 Uhr statt und dafür fand sie eigens interessiertes Publikum ein. Begleitet wurde die Lesung von Texten, die von Gia extra für diese Veranstaltung verfasst wurden, vom beliebten burgenländischen Musiker und Komponisten Siegfried Hajszan.

Es wurde auch eine Komposition von Siegfried Hajszan kurz angespielt, zu der ihn dieser Garten inspiriert hat: „Gia’s Garden“.

https://siegfriedhajszan.bandcamp.com/

Auf Spotify: https://open.spotify.com/artist/2l7CNgiTNwxtSLUNp8yVpU

Siegfried Hajszan ist vielen Burgenländenr bekannt als Komponist und Internet des burgenländisch-kroatischen Songs „Mir“ („Frieden“), der immer wieder vom Radio Burgenland im kroatischen Programm gespielt wird.

Hier eine spontane Aufnahme des Liedes „Mir“: https://youtu.be/Mn_-uBeLsTM

Ein kurzer illustrierter Bericht zur gesamten Veranstaltung in „Gia’s Garden“, also im Kunst- und Naturgarten der Familie Simetzberger:

offen. bei Gia Juni 2022

Nun aber die Texte.

Über die Hoffnung

Lasst uns offen sein für die Hoffnung.
Sie ist wie die Morgenröte.
Wie ein Geschenkpaket, das man erst am nächsten Tag öffnet, um die Vorfreude zu genießen. Wie wärmende Sonnenstrahlen umhüllt sie uns und verleiht uns Ausdauer.
Wie ein schützendes Kleidungsstück umgibt sie uns und begleitet uns.
Es ist ein Zauber-Werkzeug, das wir uns schaffen müssen. Es ist eine magische Pflanze, die Pflege braucht.
Wir können die Hoffnung vermehren, indem wir unsere Aufmerksamkeit auf sie richten.
Dann beginnen wir auch unser Umfeld damit zu nähren. Sie trägt zur Heilung bei – zu unserer und zu jener der gesamten Welt.

Offen für die Hoffnung sein, bedeutet alle Zweifel zu verscheuchen wie störendes Kleingetier.
Wer stark in der Hoffnung ist, ist es auch in der Liebe, denn das sind Geschwister.
Wo Hoffnung ist, gedeiht auch die Liebe.
Hand in Hand lösen die beiden das Unlösbare und führen uns ins wahre Leben.


Gewahrsein ist die einzige Mühe, die sich immer lohnt.

betrOFFEN


es läutet an der tür und lässt mich hoffen
wochenlang allein niemand kam herein
die tür ist offen

niemand hört mein schreien
schritte kommen näher

es stimmt mich leicht betroffen
wenn sie zu mir gehen, wenn sie mich so sehen

nun findet ihr mich, spät, viel zu spät
was von mir blieb, ist müde hülle nur
dass niemand kam, hat mich schon getroffen

nun ist mir leicht, nun kann ich gehen
hab‘ euren blick gesehen
mir steht der himmel offen

offen

sei nicht zu offen
oeffne dein herz


schütze dich
du bist immer geschützt


kein gedanke geht verloren
deine gedanken sind frei


die maske schützt
die maske schützt vor gar nichts


sei klug wie die schlangen
sei einfach du selbst


hilf dir selbst, sonst hilft dir keiner
das universum sorgt für dich


es gibt nichts gutes, außer man tut es
du brauchst nur fest daran glauben


nun gilt es, stabil zu bleiben
um uns ist fülle, freiheit und liebe


es braucht eine klare vorstellung
auf das tun kommt es an


nichts davon stimmt
alles ist wahr

(Interpretation: Hilfsbereitschaft und Gutmütigkeit können ausgenutzt werden. Hier werden auch scheinbare Widersprüche in unserer „Programmierung“ aufgezeigt)

Der Koffer

Eine Begebenheit. Ein Stimmungsbild.

Aus dem Nachlass meiner Mutter,
im hintersten Winkel des Dachbodens versteckt
ein alter Koffer.
Es fühlte sich nach Kleidungsstücken an…
Der Koffer wanderte zu mir und stand wochenlang herum.
Begegnungen mit alten Erinnerungen können kräfteraubend sein.
In guter Stimmung bearbeitete ich die Verschlüsse, bis der Koffer offen war.
Fein säuberlich waren da Kinderkleidchen von mir.
Auch Pullis und Jacken, de ich später selbst gehäkelt und gestrickt hatte.
Wie seltsam unscheinbar erschien mir alles.
Manches war mir erinnerlich, manches nicht.
Dazwischen kamen Hüte und Kappen zum Vorschein.
Kleidungsstücke aus der Mittelschulzeit!
Diese dürfte ich entsorgt haben, aber sie wanderten heimlich in den Koffer.
Doch ein Drittel der Sachen blieben mir zunächst unerklärlich.
Bis ich begriff: Das waren getragene Kleidungsstücke meiner Mutter,
Ein Kinderkleid, ein Schürzchen, ein Jäckchen, eine Bluse…
Wie die Materialien sich anfühlten, wie kompakt, wie haltbar im Vergleich zum heutigen Zeug sie doch waren.
Babysachen… Wenn man im Oma-Alter ist und die eigenen Babysachen in Händen hält.
Sehr befremdend und rührend zugleich.
Und nun?
Mir wurde bewusst, dass diese Sammlung ein Geheimnis war. Wie so manche Geheimnisse, die meine Mutter hütete.
Puzzlesteine der Familien-Vergangenheit, mit denen ich viel und doch gar nichts anfangen konnte.
Meine Söhne interessiert solcher Kram natürlich nicht.
In dieser Zeit interessiert so was niemand.
Ich beschließe, den Koffer wieder feinsäuberlich einzuräumen.
Er wird im hintersten Winkel des Dachbodens versteckt.
Vielleicht ticke ich gar nicht so viel anders als meine Mutter.
Vor ihrem Tod hütete sie lieber ihr Geheimnis als womöglich Gefahr zu laufen verlacht zu werden oder gar zu Lebzeiten genötigt zu werden, diese alten Klamotten zu entsorgen. Also schwieg sie all die Zeit.
Nach ihrem Tod würde damit geschehen, was auch immer damit geschieht.
Es hat etwas Berührendes – nutzlose Andenken, völlig banal, und doch beinthalten sie so viele Informationen.
Boten einer anderen, verwichenen Realität.
Es wird mein Geheimnis bleiben. Ist besser so. Und wenn dann dann mal meine Verkörperung vorbei ist, so kann das ganze Zeug ruhig verschwinden.
Also ist eine Beziehung zum Koffer da, eigrenartig. Besser gesagt, eine Beziehung zum Inhalt des Koffers. Nein, eine Beziehung zu alledem, das ich mit diesem Inhalt verbinde.

Es ist ein Band der Erinnerungen, eine Verbindung zu den Gefühlen von damals.
Der Gedanke, derzeit diese Gewebe wieder berühren zu können, wenn man nur wollte…

Genügt doch eigentlicih, oder?
Ich geniere mich ein wenig, während ich den Koffer schließe.
Stille Tränen tropfen auf den Koffer.
Ich glaube, es ist die Traurigkeit darüber, dass niemand in meiner Familie solche Gefühle verstehen würde. Das solche Gefühle alle unangenehm, ja peinlich wären.


Nun füllt dieser alte Koffer den Platz zwischen mir und meiner Einsamkeit aus.
Das einmalige Öffnen hat mir also allerlei geoffenbart.

Wir sind in der neuen Zeit

(Über das Anlegen von Wegen)

Wr lernten es in der Schule…

Fürchterliche Ereignisse kamen über die Menschheit. Wieder und wieder.

Viele Deutungen gibt es dafür. Doch wie war es wirklich?

Da war schon dies und das, lange, lange, ehe Anfang 2020 angeblich eine neue Epidemie die gesamte Menschheit bedrohte.

Es war fast augenblicklich klar, dass uns eine einmalige Chance geboten wurde. Während viele nun, nach Jahren, immer noch in Angst vor der nächste Variante oder nächsten Seuche leben, führte die große Inszenierung für eine andere große Zahl zu einer völlig anderen Betrachtungsweise.

Sie begannen sich zu treffen und auszutauschen und erkannten, dass es auch andere Wege gibt,
Andere Wege der Kommunikation, andere Wege der Heilung, andere Wege in der Wissenschaft und andere Wege der Produktion.

Und natürlich auch andere Wege des Lernens!

Viel von uns wussten noch nicht, dass sich ein Weg bildet, dem man ihn beschreitet. Dabei zeigt es uns die Natur vor: Es mag anfänglich etwas mühsam sein, sich in der Natur einen neuen Weg zu bahnen, aber ist erst einmal ein Pfad im Entstehen, wird es leichter und leichter.

Wird dieser Pfad viel begangen, so bleibt er von Gestrüpp frei und wird wahscheinlich nach und nach breiter werden.

In meinem Garten lege ich gerne Wege an. Mit einfachsten Mitteln – ein paar Steine, Kies, etwas Erde reichen aus, um einen Weg oder ein Steig zu formen. Nach und nach gleiche ich Unebenheiten aus. Irgendwann beginnt es sich gut anzufühlen, wenn man den Weg begeht.

Gerade weil ich mit meinem eigenen Händen meine Wege erbaue, bedeuten sie mir viel. Wer von euch schon einmal mit Beharrlichkeit und Begeisterung an einem Projekt gearbeitet hat, das dann Formen anzunehmen begann, kann dies nachempfinden. Eine Weile Konzentration und Mühe, und dann dieses wunderbare Triumphgefühl, es geschafft zu haben

Während ich meine Pfade baue, bin ich mit dem Weltgeschehen verbunden und stelle mir vor, wie sich neue Wege für die Menschheit bilden Wie sie mehr und mehr begangen werden.

Und dann gibt es diese wundervollen Momente, in denen man zurückblickt und so richtig spürt, dass man die neuen Wege tragen Dass es großartig ist auf ihnen zu gehen. Sie sind von Licht durchflutet, von üppiger Vegetation eingesäumt. Sie erfüllen nicht nur ihren Zweck, sondern es tun sich neue Wahrnehmungen auf und zeigt sich vielerlei Schönheit.

Irgendwann taucht das sollte Gefühl auf, etwas Beständiges geschaffen zu haben. Es freut mich allein schon die Vorstellung, dass andere auch hier gehen und die sich bietenden Eindrücke genießen werden.

Bald werden die neuen Pfade selbstverständlich sein. Man kann sich kaum mehr vorstellen, wie es ohne sie war.

Ja, so geht es mir mit der Transformation, von der nun überall die Rede ist.
Die Veränderung vollzieht sich, indem man den Weg anlegt und damit beschäftigt ist, sich in eine neue Lebensweise hineinzudenken.

Während ich Gedanken des Friedens und der gedeihlichen Entwicklung denke, beginnt diese zu geschehen.

Es ist grandios.. Auf einmal erkennt man dann, schon in der neuen Zeit angekommen zu sein. Und anderen ergeht es ebenso. Und wir arbeiten an verschiedenen Orten, jeder auf seine Art, an einem großen gemeinsamen Geschehen.

Es ist nicht aufzuhalten. Weil wir tun es einfach.

Wir tun es einfach, weil wir es gerne tun.

Wir SIND in der neuen Zeit. Es ist wunderbar.

Für Visionen offen sein
Zusammen 2022

Immer wieder geistern diese Bilder in mir herum:

von fröhlichen Grüppchen beim Picknicken am Waldrand an bunten Wiesen

von ausgelassen umhertollenden Kindern, die nach einer Schlammschlacht in einem Badesee planschen

von liebevollen Menschen, die sich ernsthaft, aber mit viel Humor über ihre Vorhaben unterhalten und diese aufeinander abstimmen

von Zaungesprächen und spontanen Einladungen auf eine Fortsetzung des Gesprächs in der guten Stube oder auf der Terrasse

von Nutztieren, die nicht mehr von ihren Jungen allzu früh getrennt werden und die ihr Leben in einer Umgebung führen können, die ihrem Wesen entspricht

von einer leisen Technologie, die sich unterordnet

von Wanderungen frei von Hektik und Lärm, mit Zeit, um die Natur in Ruhe zu beobachten

von einem Verschwinden der grellen Werbungen und einem Ende der Lügen

von einem klaren Stopp der Menschen, sobald etwas gegen ihre Interessen und ihre Natur geht

von eigenständigem Denken und glücklich gelebter Kreativität – nicht nur einer Handvoll Leute, sondern aller Menschen

von der Wiederentdeckung der Selbstheilungskräfte und der Heilkräfte der Natur

von einem weltweiten Erkennen der Hintergründe und Zusammenhänge und der Bewusstwerdung unserer schöpferischen Kräfte

vom Beiseitelassen aller Förmlichkeiten im Beisammensein und einer ehrlichen Natürlichkeit im Umgang miteinander

von einer Rekultivierung unserer Sprache und Kunst zu einer neuen Hochblüte und Schönheit

von feierlichen Zusammenkünften zum gemeinsamen Gestalten, Entscheiden und Heilen mit einer feinen Einstimmung und einem gemütlichen Ausklang

von guter Kommunikation mit der Tier- und Pflanzenwelt, dem Mineralreich und den Naturwesen

vom Wiederentdecken verschütteter Wahrheiten und den Konsequenzen daraus

von einer Heilung verletzter Orte und Landschaften und der Freisetzung der subtilen Energien im Einklang mit uns

All diese Bilder entstehen wieder und wieder in mir und noch Weiteres in dieser Art.

Wenn dies viele tun, werden solche Visionen schneller real.

Eine freudige, friedliche, angenehme Welt…

Es liegt an uns. Es ist möglich.

Addendum

Weitere Texte anlässlich des Tages der offenen Tür 12. Juni 2022

Eine Begrüßung und Kurzvorstellung für die Gäste

offen.

Herzlich willkommen bei unserem Tag der offenen Tür 2022!

Genieße deinen Aufenthalt, schau dich um, erfreue dich an der wilden, nostalgischen Romantik unseres Naturgartens in Verbindung mit dem vielen auf dem Areal zu entdeckenden Kunstobjekten.

Die Kunstwerke im Garten und auf dem Carport sind von Familienmitgliedern, von Freunden, Bekannten. Dazwischen gibt es allerlei
Asiatika. Und nicht zu übersehen, einfach nur Dekoratives.

Nawaro Art – die Objekte im Carport – sind Prototypen für kunsthandwerkliche Verwendungsmöglichkeiten von Pflanzenfasern.

Die aufgelegten Materialien (Natur im Garten, Falstaff, Gesundheits-Magazine) sind zur freien Entnahme!

Bei einem Hausrundgang entdeckst du auf der Rückseite des Hauses die Installation „offen“, die eigens für die heutige Veranstaltung geschaffen wurde.

Die bunten Grafikobjekte (Drucke auf Folie) „Die 9 Stelen“ am Weg und „Graffiti I, II III“ im Garten stammen aus meinen DigiArt-Schaffenszeit ca. 2006 – 2011 und werden nur selten gezeigt.

Gerne erzähle ich von meinem künstlerischen Werdegang und meinen Plänen.

Wenn du weiter informiert werden willst, teile uns das mit: gia1 at a1.net

Oder besuche ab und zu die Webseiten „Gia Art“ und „Reflexionen“.

https://giaart.wordpress.com
https://reflexionen.wordpress.com

Regional bin ich im SüdostKULTURnetz tätig, dem auch die Basiseinrichtung „Stegersbacher Akademie“ angehört. Wir weisen auf Veranstaltungen hin, bloggen, netzwerken und es gibt manchmal Treffen und weitere eigene Veranstaltungen.
https://suedostKULTURnetz.wordpress.com
https://akademiestegersbach.wordpress.com

Wir danken unserem Nachbarn, dem jungen Winzer Mario Koglmann, für die Unterstützung der Veranstaltung mit einer Weinverkostung, und dem Land Burgenland, Kulturabteilung, für die Initiative.

Gia und Familie

Eine „Anleitung“ bz. die „Message“ zur neuen Installation offen.

Installation „Offen“

Begib dich in die Mitte.

Lasse die Freiräume und Möglichkeiten auf dich wirken.

Was bedeutet „Weiß“ für dich?
Was bedeutet „Gold“ für dich?

Stell dir vor, du befindest dich in einem Portal zu einer fröhlichen, friedlichen Welt.

Hast du eine interaktive Ader?

Wenn ja, dann gibt es was für dich.

In der Kiste für die Sitzpölster befindet sich noch eine weitere Kiste.

Vorsicht beim Hantieren!

Den Inhalt darfst du frei lassen!
Beliebig…

Das Offen-Sein, die Offenheit ist ein Tor zu Kreativität, Freiheit und Spass.

Herzlichst
deine Gia

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